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Susanne Mai jpg

Susanne Mai. Foto: privat

 

Susanne Mai
Freie Lektorin, Leipzig
www.susanne-mai.de

Susanne Mai, geboren 1978 in Leipzig. Ihr Magisterstudium in Kommunikationswissenschaften mit den Nebenfächern Sinologie (Mandarin) und Slawische Philologie (Russistik) schloss sie 2006 an der Ludwig-Maximilian-Universität in München ab. Nach Stationen als Redaktions- und Marketingassistentin arbeitet Susanne Mai seit 2012 als Freie Lektorin in Leipzig.

 

 

Frau Mai: Was wollten Sie werden, als Sie jung waren? Haben Sie sich vorstellen können, dass Sie das machen, was Sie heute tun?

Diese Frage habe ich mir ehrlich gesagt nie gestellt. Gelesen habe ich allerdings schon seit ich denken kann mit großer Begeisterung und viel Aufmerksamkeit – noch bevor die Schule offiziell los ging. Dadurch habe ich bereits sehr früh ein gutes Gespür für die geschriebene deutsche Sprache entwickelt. Die Lektorin ist somit ein logisches Resultat dieser langen Leidenschaft.

 

Sie haben sich in Ihrem Studium für die Fächer Sinologie (Mandarin) und Slawische Philologie (Russistik) entschieden und Ihre Sprachkenntnisse durch Auslandsaufenthalte in Russland und China vertieft. Wie kam es, dass Sie sich für diese beiden Sprachen entschieden haben?

Da ich in der DDR aufgewachsen bin, kam ich am Russischunterricht nicht vorbei. Gott sei Dank, denn ich liebe diese sanfte poetische Sprache und wollte meine Kenntnisse daher unbedingt im Studium vertiefen. Das Chinesische gesellte sich nach einem zweimonatigen Au-Pair-Aufenthalt in Shanghai und meiner dort aufkeimenden Faszination für die chinesischen Schriftzeichen hinzu. So habe ich beide Sprachen intensiv im In- und Ausland studiert.

 

Wie fließen Chinesisch und Russisch in Ihre tägliche Arbeit als Lektorin ein?

Die gibt es nur am Rande, quasi als Bonbons zwischendurch. Zum Beispiel beim Lektorieren deutscher Texte, die einen geringen Anteil an chinesischen Schriftzeichen beinhalten. Aber auch beim sogenannten Übersetzungslektorat, wenn es um ein gewisses Verständnis der Satzstruktur oder grammatikalischer Eigenheiten der Ursprungssprache geht.

 

Bücher können heute auch im Self-Publishing-Verfahren veröffentlicht werden. Warum lohnt es sich für einen Selbstverleger Ihrer Meinung nach trotzdem ein unabhängiges Lektorat einzusetzen?

Die Frage ist meines Erachtens nicht, ob es sich lohnt. Es ist eine reine Notwendigkeit, wenn dem Verfasser die Qualität seines Textes zumindest hinsichtlich der Fehlerfreiheit für einen ungehinderten Lesefluss wichtig ist. Auch ich lasse meine Texte von einem zweiten Augenpaar überfliegen, denn eigene Fehler zu finden ist eine hohe Kunst, die nur wenige Menschen wirklich beherrschen.

 

Welches Thema würden Sie in Zukunft gerne lektorieren?

Thematisch lasse ich mich gern überraschen. Großen Spaß gemacht hat mir die Korrekturlesung einer bereits sehr gut lektorierten Neuübersetzung des ältesten chinesischen Weisheitsbuches, welches Anfang Februar 2014 beim Reclam Verlag unter dem Titel „Yijing / Buch der Wandlungen" erscheint.

 

Vielen Dank für das Interview, Frau Mai.

 

Mehr über Susanne Mai erfahren Sie auf ihrer Website.